20. September 2020

Wenn der Begriff Arthrose fällt, denken die meisten Menschen ans Knie oder vielleicht auch an die Hüfte. Andere Körperteile werden dabei nicht genannt – viele Menschen glauben auch, die Arthrose könne fast nur das Knie betreffen. Statistisch machen die so genannten Gonarthrosen allerdings nicht den Großteil der Fälle aus. Grundsätzlich kann sich an jedem Gelenk ein Sehnen- oder Knorpelschaden ergeben, der früher oder später zur Diagnose Arthrose führen wird. Statistisch sind einige Gelenke und Körperteile jedoch häufiger betroffen als andere, da sie starker ins heutige Leben eingebunden werden.

Gonarthrose

Die Gonarthrose ist eine der bekanntesten Formen der Arthrose und betrifft das Kniegelenk. Sie entsteht häufig durch die hockende Stellung sowie durch Übergewicht. Beide Faktoren wirken sich in der Regel jahrelang auf den Patienten aus, bis er schließlich erste Anzeichen einer Arthrose zeigt und Gelenkbeschwerden bekommt. Die Arthrose des Kniegelenks entsteht dadurch, dass der hyaline Gelenkknorpel des Knies rasch aufgebraucht wird und ausdünnt, da er der Druckbelastung nicht mehr standhalten kann. Häufig liegen Gonarthrosen auch an alten Sportverletzungen, besonders häufig kommen diese beim Motorsport vor. In diesem Fall handelt es sich um einen Sehnen- oder Muskelschaden, der Jahrzehnte nach dem Unfall Schmerzen verursacht.

Hüftgelenkarthrose

Ebenfalls von der Arthrose betroffen sein kann das Hüftgelenk. Dabei kommt es zu Schmerzen in der Beckenregion des Menschen, die nicht immer umgehend als Gelenkbeschwerden erkannt werden. Die Hüfte ist am häufigsten durch eine Hüftdysplasie von der Arthrose betroffen – diese ist angeboren, der Patient trägt selbst keine Schuld an der Erkrankung seiner Hüfte. Wenn eine Hüftdysplasie nicht frühzeitig richtig behandelt wird, sind arthrotische Veränderungen im späteren Leben sehr wahrscheinlich und können dem Patienten weitere Schmerzen bescheren.

Finger- und Handgelenke

Da der tertiäre Sektor in der modernen Industrienation die beiden anderen Sektoren immer weiter verdrängt, arbeitet ein großer Teil der Angestellten heute nur noch am PC. Diese Form der Erwerbsarbeit geht allerdings mit einer erheblichen Belastung für die Gelenke der Finger und der Hand einher. Häufig von der Arthrose betroffen sind dabei die Fingerendgelenke, diese Form wird sogar als häufigster Arthroseherd gehandhabt. Gelegentlich sind aber auch Mittelhand oder Handgelenk betroffen, wenn beispielsweise häufig mit der Hand geschrieben wird, ohne dabei auf eine gesunde Haltung zu achten. Diese Form der Arthrose lässt sich inzwischen mit ergonomischen Tastaturen und gesunder Sitz- und Schreibhaltung verhindern oder zumindest erheblich eindämmen.

Schultern

Seltener sind von der Arthrose die Schultern betroffen. Eine solche Form kann beispielsweise beim Tennisspieler vorkommen, der seine Schultern stark belastet. Prinzipiell sollte jeder Sportler Wert auf die gesunde Haltung und die richtige Handhabung der Sportgeräte legen, wenn es sich um einen schulterintensiven Sport handelt. Schulterarthrosen sind zwar eher die Ausnahme, können jedoch bei jahrelanger Fehlbelastung dennoch in Erscheinung treten. Da sie gerade Sportler betreffen, die noch nicht mit dem Sport aufhören wollten, gelten sie als besonders unangenehm – nach Möglichkeit sollte ihnen daher frühzeitig vorgebeugt werden.

Wirbelsäule

Ein sehr selten von der Arthrose betroffenes Knochengerüst ist die menschliche Wirbelsäule. Das Stützgerüst des menschlichen Körpers gilt als sehr nachtragend und nimmt falsche oder ungesunde Körperhaltungen sowie Fehlbelastungen nicht sehr lange hin. Im Zusammenhang mit Bandscheibenvorfällen oder alleine kann auch die Wirbelsäule arthrotische Veränderungen zeigen, auch wenn es sich dabei nicht um ein Gelenk handelt. Dabei reiben durch die ungesunde Haltung die Knochen aneinander und verursachen unspezifische Schmerzen, die oftmals nur zufällig als Arthrose erkannt werden.

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