21. October 2014

Die Arthrose beschreibt den altersuntypischen Verschleiß der Gelenke. Sie hat die unterschiedlichsten Ursachen, die von inneren Vorgängen im Körper über posttraumatische Ursachen bis hin zu genetischen Vorbelastungen reichen. Viele Betroffene können ihren Fall selbst einer Ursache zuordnen – andernfalls wird der Mediziner die Diagnose stellen, um entscheiden zu können, welche Form der Behandlung am besten für das betroffene Gelenk geeignet ist.

Biochemische Ursachen

Bei den biochemischen Ursachen handelt es sich um Ablagerungen im Gelenk, die mit der Zeit dessen irreparablen Verschleiß bedingen. Eine Möglichkeit dieses Kreises ist beispielsweise die hämophile Arthrose. Sie tritt vor allem in Verbindung mit der Bluterkrankheit auf und sorgt für Einblutungen ins Gelenk über einen jahrelangen Zeitraum. Gesunde Menschen können auch Ablagerungen von so genannten Uratkristallen in den Gelenken tragen – bei diesen handelt es sich um kristallisierte Harnsäure, die mit der Zeit eine Arthrose bedingt.

Dysplasie der Hüfte

Die Dysplasie ist eine krankhafte Entwicklung des Gelenks, die vor allem an der Hüfte auftritt, aber auch andere Gelenke betreffen kann. Dabei verändert sich das Gelenk im Laufe vieler Jahre und verliert zunehmend an Stabilität. Personen mit Hüftdysplasie leiden besonders häufig auch an einer Arthrose der Hüfte, was mit der Stellung der Knochen zueinander zusammenhängt. Während im Regelfall eine große Fläche die große Belastung trägt, die das Gelenk bewältigen muss, wird die Fläche durch die Umstellung des Gelenks verkleinert. Letztendlich muss das Gelenk also auf geringerer Fläche die gleiche Belastung tragen, was zur raschen Abnutzung der Belastungsfläche und damit auch zur Arthrose führt.

Posttraumatische Arthrosen

Von einer posttraumatischen Entwicklung spricht man in der Medizin dann, wenn sich eine Erkrankung durch eine Verletzung oder eine außerordentliche Belastung bedingt entwickelt. Bei der Arthrose ist dies der Fall, wenn beispielsweise eine frühere Verletzung vorlag, die durchaus abgeheilt sein kann. Vor allem Sportler gehören zu derjenigen Gruppe, die sich solche Verletzungen zuziehen können, beispielsweise Motorradfahrer. Dadurch, dass das verletzte Gelenk wieder voll belastet wird, nutzt es sich weitaus schneller ab als ein gesundes Gelenk. In vergleichsweise jungen Jahren entsteht auf diese Weise eine Arthrose, die sich bereits im 40. oder 50. Lebensjahr manifestieren kann.

Medikamentöse Ursachen

Antibiotika, die als Gyrasehemmer bezeichnet werden, können bei Kindern und Erwachsenen die Gelenke negativ beeinflussen. Gyrasen sind Enzyme der Bakterien, die ihnen bei der Vermehrung dienlich sind. Bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase kann es durch den Einsatz von Gyrasehemmern zur Schwächung von Knorpel und Sehnen des Gelenks kommen, wodurch eine Arthrose wahrscheinlicher wird. Bei Erwachsenen verändert sich die Zusammensetzung des Knorpels, die Entwicklung ist irreparabel. Außerdem führen solche Antibiotika zum schnelleren Abbau des so genannten hyalinen Gelenkknorpels und können auf diese Weise ebenfalls für arthrotische Veränderungen sorgen.

Überlastung

In der modernen Industriegesellschaft sind Arthrosen der Gelenke häufig auch durch Übergewicht bedingt. Diese Formen betreffen fast ausschließlich die Knie- und Hüftgelenke, da sie am stärksten unter dem überschüssigen Körpergewicht des Menschen zu leiden haben. Damit Übergewicht zur Arthrose führen kann, muss es meist über Jahre hinweg bestanden sein. Einige überschüssige Pfunde lösen noch keine Arthrose aus, etliche Kilogramm zu viel hingegen sind wiederum gefährlich.

Genetische Ursachen

Die Arthrose wird häufig mit einer genetischen Prädisposition in Verbindung gebracht. Allerdings ist bis heute nicht bekannt, welche Gene sich konkret auf die Entstehung einer Arthrose auswirken können. Auch vorbeugen kann man dem genetischen Auslöser nach wie vor nicht.

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