20. January 2019

Übergewicht ist eine der immer häufiger werdenden Ursachen der Arthrose in den Industrienationen. Verantwortlich ist es vor allem für Arthrosen der Kniegelenke sowie der Hüfte, seltener sind auch tieferliegende Gelenke und Knochen betroffen. Leichtes Übergewicht ist zunächst unproblematisch, sofern es rasch wieder abgebaut wird. Zum Problem für die Gelenke wird eher das langjährige Übergewicht, das im Bereich des schweren Falls oder sogar der Adipositas liegt. Es setzt die Gelenke einer unnatürlich großen Belastung aus, wodurch sie sich deutlich schneller abnutzen, als sie sollten.

Was gilt als Übergewicht?

Zur Bestimmung des Gewichtsverhältnisses einer Person wird der Body Mass Index (BMI) herangezogen. Es handelt sich dabei um eine einfache Rechnung, in die verschiedene Werte eines Menschen eingesetzt werden – inzwischen kann jeder mithilfe eines Online-Tools zu Hause den BMI bestimmen. Denn von Übergewicht spricht man nicht dann, wenn eine Person ihr individuelles Wunschgewicht nicht erreicht, sondern wenn der BMI einen entsprechenden Wert annimmt. Das Körpergewicht des Menschen wird dabei ins Verhältnis zu dessen Größe gesetzt und das Ergebnis der Berechnung ist ein Indexwert. Wenn der BMI Werte ab 25 /kg/m² erreicht, gilt das als leichtes Übergewicht. Liegt er hingegen zwischen 30 und 40 oder sogar darüber, spricht man von Adipositas in verschiedenen Schweregraden. Riskant kann bereits Übergewicht sein, wenn es über viele Jahre hinweg besteht und nicht effektiv abgebaut wird. Die Adipositas richtet auch schon nach kürzerer Zeit Schäden an.

Belastung für die Gelenke

Übergewicht stellt eine erhebliche Belastung für die Gelenke des Menschen dar, insbesondere für Knie und Hüfte. Sie tragen den Großteil des Gewichts und müssen trotzdem für die Bewegung und Stabilität sorgen, womit sie auch ohne überschüssige Pfunde genug zu tun haben. Das Arthroserisiko rührt daher, dass die Gelenke einer solchen Belastung nicht gewachsen sind und sich zunächst schneller abnutzen. Das wirkt sich vor allem auf den Gelenkknorpel aus, der dem Druck auf das Gelenk standhalten muss. Betroffen sind aber auch die Sehnen, die für die Bewegung verantwortlich sind und mehr Masse bewegen können müssen, als gut für sie ist.

Wann entsteht Arthrose?

Personen, die derzeit übergewichtig sind, sollten zunächst prüfen, seit wann dieser Zustand besteht. Übergewicht, das lediglich seit einigen Monaten oder einem Jahr besteht, muss noch keine Gefahr bedeuten. Die Gelenke an Knie und Hüfte wurden zwar schon stärker belastet, doch nicht in dem Maße, das die Arthrose unausweichlich machen könnte. Das Abnehmen sollte man trotzdem langsam angehen, um dafür zu sorgen, dass das Gelenk nicht unnötig weiter belastet wird. Besteht das Übergewicht schon seit Jahren oder handelt es sich um eine Adipositas, ist die Wahrscheinlichkeit einer späteren Arthrose bereits deutlich höher. Auch in diesem Fall sollte man sich Gedanken über ein Diät- und Fitnessprogramm machen, doch die Arthrose verhindern kann man damit vielleicht nicht mehr. Grundsätzlich gilt: Je früher die Belastung für die Gelenke endet, desto besser stehen die Chancen, dass es gar nicht zur Arthrose kommt.

Abnehmen – langsam, aber sicher

Um der Arthrose durch Übergewicht vorzubeugen, muss man in jedem Fall abnehmen, und zwar besser früher als später. Beim Abnehmen dürfen jedoch nicht mehrere kg pro Woche verbrannt werden, der Prozess muss langsam ablaufen, um langfristig zu sein. Wenn sich bereits arthrotische Veränderungen der Gelenke ergeben haben, muss man sich auf jeden Fall auch mit dem Arzt absprechen, da Abnehmen immer mit sportlicher Tätigkeit einhergeht.

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