10. December 2019

Die Arthrose lässt sich in zwei Subformen untergliedern: Die primäre und die sekundäre Arthrose. Beide haben unterschiedliche Auslöser, auch wenn der Krankheitsverlauf praktisch gleich ist. Sie unterscheiden sich auch hinsichtlich ihrer Vererbbarkeit und der richtigen Behandlung. Die primäre Arthrose hat allgemein biologische, genetisch bedingte Ursachen, während die Ursachen einer sekundären Arthrose eher im Lebensstil des betroffenen Patienten zu suchen sind. Damit von einer primären Arthrose ausgegangen werden kann, müssen verschiedene Faktoren gegeben sein, die für sie sprechen.

Genetische Ursachen

Bei der primären Arthrose sind Auslöser wie Fehlbelastungen, frühere Verletzungen des Gelenks oder Übergewicht auszuschließen. In den meisten Fällen wird sie als idiopathisch bezeichnet, was bedeutet, dass ein Auslöser nicht erkennbar ist. Die einzige mögliche Ursache für die Entstehung einer solchen Arthrose besteht darin, dass der Gelenkknorpel die alltägliche, normale Belastung nicht mehr tragen konnte, da seine Konsistenz dafür nicht ausreichend war. Leichter Sport oder auch nur die Hausarbeit über viele Jahre hinweg reichen aus, um eine Arthrose an stark gefährdeten Gelenken wie Knie, Hüfte oder Schulter entstehen zu lassen, obwohl genetisch normal veranlagte Menschen keinerlei Probleme dadurch bekämen.

Die Genetik als Kofaktor

Häufig ist eine Ursache der Arthrose zu erkennen, die immerhin einen Erklärungsansatz liefert. Auch dann, wenn sie allein nicht ausreichen würde, um eine Arthrose auszulösen, muss man davon ausgehen, dass sie letztendlich für die Gelenkbeschwerden verantwortlich gewesen ist. Eine primäre Arthrose kann sich mit der sekundären Arthrose vermischen, bei der immer eine Ursache von außen zu erkennen ist. Wenn schwacher Knorpel über viele Jahre hinweg ungünstig belastet wird, nutzt er sich schneller ab als gesunder Knorpel. Teilweise entstehen dadurch primäre Arthrosen, die beim genetisch unbelasteten Menschen nicht entstanden wären, da sein Knorpel die Last ausgehalten hätte.

Risikopatienten

Die primäre Arthrose ist ein angeborenes Risiko, da es sich schließlich um eine genetische Veranlagung handelt. Wenn in der engeren Familie bereits mehrfach Arthrosen aufgetaucht sind, die keine deutlich erkennbare Ursache hatten, ist es naheliegend, dass in der Familie eine genetische Vorbelastung bestehen könnte. Eltern und Großeltern sind die Personen, die am genauesten beobachtet werden müssen – ältere Menschen können auch auf die Geschwister achten. Das genetisch bedingte Risiko lässt sich allerdings nicht wie bei vererbbaren Krankheiten überprüfen, weshalb jeder selbst in der Pflicht ist, auf eine Häufung der Arthrose in der Familie zu achten.

Schutz vor der primären Arthrose

Vor der primären Arthrose kann man sich schützen, auch wenn die Ursachen in den Genen liegen und die Medizin gegen diese noch vergleichsweise machtlos ist. Sinnvoll wäre eine frühzeitige Ergänzung der Nahrung mit Aminosäuren wie Arginin und Methionin, die beide dafür verantwortlich sind, den Knorpel aufzubauen. Wenn die Gene vorgeben, dass die Knorpelschichten nur schwach sein können, werden Aminosäuren am Bau zwar nichts mehr verändern können, doch wenn sie in ausreichendem Maße vorhanden sind, stellt man sicher, dass der Körper stets ausreichend Bausteine besitzt und nicht nur deswegen zu wenig brauchbaren Knorpel nachbildet, da ihm die Aminosäuren dazu fehlen. Ferner sollte nach Möglichkeit auf größere Belastungen verzichtet werden. Extremsport oder Motorsportarten, die eine erhebliche Belastung für die unterschiedlichsten Gelenke darstellen, eignen sich eher nicht für Personen, die genetisch vorbelastet sein könnten. Besser wären sanfte Sportarten, die die Muskeln der Gelenke trainieren, ohne dabei die Knorpelschicht anzugreifen und dafür zu sorgen, dass sie sich zu rasch abnutzen kann.

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