11. December 2018

Arthrose und Arthritis sind zwei Erkrankungen der Gelenke, die immer Hand in Hand gehen. Wenn Gelenkbeschwerden auftreten, muss immer von beiden Krankheiten ausgegangen werden, da die Symptome sich zunächst nicht sicher der Arthrose oder der Arthritis zuordnen lassen. Die beiden Erkrankungen des Gelenks sind allerdings nicht gleich, sondern unterscheiden sich durch einen entscheidenden Faktor: Die Ursache. Bei der Arthritis handelt es sich um eine entzündliche Reaktion eines Gelenks, die durch Pilze, Bakterien oder auch ohne Krankheitserreger ausgelöst werden kann. Die Arthrose hingegen ist der altersunübliche Gelenkverschleiß, der Knochen, Muskeln und Gelenkknorpel betreffen kann, aber keine entzündliche Reaktion ist.

Anzeichen der Arthritis

Entzündliche Reaktionen des Körpers werden als solche bezeichnet, wenn sie einige der fünf Kardinalzeichen der Infektion aufweisen. Bei der Arthritis kommen alle Anzeichen zur Geltung: Das betroffene Gelenk schmerzt, ist gerötet, fühlt sich heiß und geschwollen an und kann nicht mehr richtig bewegt werden. Die Schmerzen werden bei Bewegung deutlich schlimmer, sodass sich der betroffene Patient spontan weniger bewegt. Sind Kinder betroffen, legen sie eine ausgeprägte Spielunlust an den Tag und interessieren sich nicht mehr dafür, was ihre Altersgenossen machen. Viele Patienten empfinden auch ein allgemeines Krankheitsgefühl. Der behandelnde Arzt wird bei der Arthritis einen Gelenkerguss ertasten können, die Blutuntersuchung wird erhöhte Entzündungsparameter zeigen. Zu diagnostischen Zwecken wird gelegentlich auch die Sonografie eingesetzt – das bildgebende Verfahren wird zeigen, dass deutliche Veränderungen des Gelenks eingetreten sind.

Anzeichen der Arthrose

Die Arthrose lässt sich bereits vom Patienten als andersartig erkennen. Es kommt dabei zwar auch zu Gelenkschmerzen, die bei der Bewegung durchaus mehr Beschwerden bereiten als in Ruhelage – allerdings treten keine entzündlichen Begleiterscheinungen auf. Der Patient fühlt sich bis auf die Gelenkbeschwerden gesund. Arthrosen gehen außerdem nicht spontan einher, sondern entwickeln sich über einen langen Zeitraum hinweg und bewegen sich von leichten Schmerzen bis hin zu erheblichen Schmerzen.

Ursachen der Arthritis

Bei der Arthritis handelt es sich um eine Entzündung, die durch Krankheitserreger ausgelöst wird. Dabei kann es sich um Bakterien oder Pilze handeln. Meist werden die Krankheitserreger von einem Entzündungsherd aus verschleppt und geraten auf diese Weise ins Gelenk. Bei den Erregern kann es sich um nahezu jeden Krankheitserreger handeln, der den Menschen befällt, beispielsweise um Tuberkeln. Schlimmstenfalls kann der Patient sogar an den Krankheitserregern sterben, da es durch ein Aufplatzen des Gelenkergusses zur Sepsis kommen kann. Eine Form der Arthritis entsteht auch im 3. Stadium der Syphilis. Als Sonderform der Arthritis gilt die autoimmune Form, bei der der Körper seine eigene Substanz angreift. Auch dadurch zeigen sich Entzündungsreaktionen. Diese Form ist als rheumatische Arthritis.

Ursachen der Arthrose

Die Arthrose kann viele verschiedene Ursachen haben, die jedoch allesamt nichts mit Krankheitserregern oder autoimmunen Wirkungen zusammenhängen. Jahrelanges Übergewicht, alte Verletzungen, genetische Veranlagung, Schädigung der Gelenksubstanz durch Medikamente oder angeborene Erkrankungen wie die Hüftdysplasie können im Laufe des Lebens dafür sorgen, dass es zur Arthrose im betroffenen Gelenk kommt. Betroffen sind nahezu immer ältere Menschen oder Personen im mittleren Lebensalter, sehr selten Kinder und Jugendliche. Ferner ist die Arthrose aufgrund von fehlenden Krankheitserregern kein lebensbedrohlicher Zustand, es handelt sich lediglich um den altersunüblichen Gelenkverschleiß. Arthrosen können aber durchaus zur Entstehung einer Arthritis führen, denn durch die unnatürlichen Reibungspunkte im erkrankten Gelenk kann der Körper Immunreaktionen einschalten und die entzündliche Entwicklung als Reaktion ins Spiel bringen.

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