21. August 2019

Die Gelenke des Menschen sind für einige Jahrzehnte gedacht – danach entwickeln sie Probleme, die durch den Verschleiß bedingt sind. Dieser hat die unterschiedlichsten Ursachen, die von körperlichen Problemen über die genetische Veranlagung bis hin zu Verletzungen reichen, die allerdings nicht mehr für natürliche Abbauprozesse sorgen. Die Medizin erkennt den Verfall der Gelenke und ihrer Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter als vollkommen natürlichen Prozess an, der nicht krankhaft ist. Tritt der Verschleiß jedoch altersuntypisch auf, spricht die Medizin von der Arthrose.

Der natürliche Verschleiß

Gelenke bestehen aus zwei Knochen, die aufeinandertreffen, sowie der Muskulatur und den Sehnenbändern, die das Gelenk zusammenhalten. Zwischen den beiden Knochen liegt eine Knorpelschicht, die dafür sorgt, dass die empfindlichen Knochen nicht bei jeder Bewegung aneinander reiben. Diese Struktur bleibt für mehrere Jahrzehnte stabil, auch wenn sie dabei starken Belastungen unterliegt, die mit der alltäglichen Bewegung einhergehen. Mit zunehmendem Alter können die verschiedenen Bestandteile der Gelenke allerdings Einbußen in ihrer Leistung annehmen. Die Muskeln und Sehnen sind beispielsweise nicht mehr so beweglich und die Knorpelschicht wird dünn, wodurch es gelegentlich zu leichten, nicht weiter störenden Schmerzen kommt. Diese Prozesse sind natürlich und bedürfen meist keiner Behandlung.

Der altersuntypische Verschleiß

Gelenke, die von starkem Verschleiß betroffen sind, werden als altersuntypisch stark abgenutzt eingestuft – damit gelten sie als krankhaft und man spricht von der Arthrose des betroffenen Gelenks. Die Arthrose geht in der Regel nicht nur aufgrund einer schlechten genetischen Veranlagung einher, sondern hängt mit vielen anderen Faktoren zusammen. Wenn das Gelenk jahrelang oder sogar über Jahrzehnte hinweg einer besonderen Belastung unterlegen hat, für die es nicht gebaut ist, kommt es mit höherer Wahrscheinlichkeit im späteren Alter zu einer Arthrose. Risikofaktoren sind auch alte Verletzungen der Gelenke, wie sie vor allem beim Sport vorkommen können. Die ehemaligen Verletzungen heilen zwar ab, doch im Alter kommen die Beschwerden oftmals in Form einer Arthrose zurück und sorgen dafür, dass erneuter Behandlungsbedarf besteht.

Kennzeichen einer Arthrose

Die Anzeichen einer Arthrose kann jeder leicht an sich selbst erkennen, denn sie sind eindeutig. Zunächst sollten die verschiedenen Risikogruppen wissen, dass sie potenziell gefährdet sein können – das betrifft beispielsweise Übergewichtige, Personen mit alten Verletzungen oder genetisch vorbelastete Menschen. Bereits in vergleichsweise jungen Jahren treten erhebliche Beschwerden am Gelenk auf: Es kann bei der Bewegung schmerzen, nach bestimmten Tätigkeiten Beschwerden verursachen oder schlimmstenfalls sogar noch in der Ruhelage für Probleme sorgen. Die Schmerzen sind in den meisten Fällen stark und sorgen dafür, dass die Betroffenen von alleine zum Arzt gehen.

Arthrose oder Arthritis?

Die Arthrose wird oft mit der Arthritis verwechselt, bei der es sich ebenfalls um eine Erkrankung der Gelenke handelt. Bei der Arthrose handelt es sich allerdings nicht um eine entzündliche Reaktion – sind Krankheitserreger oder entzündliche Anzeichen im Spiel, spricht der Mediziner von der Arthritis. Die Arthrose beschreibt die Abnutzung und den Verschleiß des Gelenks, also eine dauerhafte Veränderung durch die verstärkte Abnutzung. Sie kann sich nicht wieder zurückbilden, sondern bleibt permanent bestehen und muss symptomatisch oder korrigierend auf operativem Wege behandelt werden.

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