23. October 2019

Die Arthrose wird oft mit anderen Erkrankungen der Gelenke und Knochen verwechselt oder gleichgesetzt, auch wenn ihr Krankheitsbild anderen nur ähnelt. Neben der Arthritis und der Osteoporose sehen viele Menschen auch zwischen der Arthrose und Rheuma keinen allzu großen Unterschied. Beide Erkrankungen befallen vornehmlich ältere Menschen, wirken sich auf die Gelenke und Knochen aus und sind mit ständiger Kontrolle durch den Arzt verbunden. Die beiden Zustände haben jedoch andere Auslöser und zeigen sich auch symptomatisch anders.

Arthrose – Ursachen und Auswirkungen

Bei der Arthrose sind die Gelenke stärker vom Verschleiß betroffen, als sie sein sollten. Maßgebend ist dabei das biologische Alter der Person, anhand derer man erkennen kann, wie stark das Gelenk im Falle der Gesundheit abgenutzt sein dürfte. Übersteigt es dieses Maß, kommt es zu Schmerzen – sie gehen beispielsweise von beschädigten Sehnen, Knorpelschichten und Knochen aus. Mit der Zeit nutzt sich das beschädigte Element des Gelenks stetig weiter ab, bis der Verschleiß schließlich bislang gesunde Bestandteile ebenfalls betrifft und beschädigt. Während dieser Zeit können kleinere Eingriffe dabei helfen, die Entwicklung zu stoppen oder sie zumindest zu bremsen. Entstehen kann eine Arthrose durch viele Faktoren. Genetische Dispositionen werden dabei ebenso diskutiert wie angeborene Fehlstellungen, Fehlbelastung durch Übergewicht oder alte Verletzungen, die nie vollständig abheilen und dazu führen, dass das Gelenk lebenslang geschädigt bleibt.

Rheuma – Ursachen und Auswirkungen

Rheuma ist keine eigenständige Erkrankung, korrekter wäre die Umschreibung der Krankheiten mit Erscheinungen aus dem rheumatischen Formenkreis. Bei Rheuma handelt es sich um die schmerzhafte Verformung der Bestandteile des Stütz- und Bewegungsapparates, betroffen können aber auch Haut und Organe sein. Charakteristisch für rheumatische Erkrankungen sind reißende, fließende Schmerzen, die den betroffenen Körperteil betreffen. Rheuma kann beispielsweise die Knochen und Gelenke betreffen und sie deutlich sichtbar verformen, kann sich aber auch auf Muskeln ausdehnen und ähnliche Auswirkungen haben. Die unterschiedlichsten Krankheiten werden dem rheumatösen Kreis zugeordnet, darunter beispielsweise Vaskulitis, verschiedene Formen der Arthritis, Erkrankungen des Bindegewebes oder autoimmune Lupus-Erkrankungen. Die Ursachen rheumatischer Erkrankungen sind größtenteils ungeklärt, auch wenn es Thesen gibt, die verschiedene Möglichkeiten darlegen. Meist soll es sich dabei um Autoimmunerkrankungen handeln, auf deren Ausbruch der Patient keinerlei Auswirkung hat.

Die wichtigsten Unterschiede

Bei der Arthrose handelt es sich vor allem um eine mechanisch bedingte Erkrankung. Sie kann zwar genetische Ursachen haben, tritt jedoch meist erst in Verbindung mit anderen Auslösern in Erscheinung. Bei rheumatischen Erkrankungen ist das anders – sie brauchen nicht zwingend einen erkennbaren Auslöser. Da sie vermutlich autoimmun bedingt sind, greift die Aussage, die jedem Mediziner bekannt sein dürfte: „Bad luck and bad genes.“ Damit Rheuma ausbricht, müssen die genetischen Veranlagungen mit einem Trigger in Verbindung gebracht werden, der in den meisten Fällen jedoch nicht bekannt ist. Außerdem betrifft Rheuma nicht nur die Gelenke, sondern kann theoretisch jeden Bestandteil des Körpers erkranken lassen. Charakteristisch sind auch die Schmerzen. Bei der Arthrose handelt es sich um Bewegungsschmerz, der immer dann auftritt, wenn eine Bewegung durchgeführt. Gelegentlich bleibt er auch einige Zeit danach noch erhalten und deutet darauf hin, dass die konkrete Bewegung nicht gesund für das Gelenk ist. Bei Rheuma sind die fließenden Schmerzen charakteristisch – Mediziner früherer Jahrhunderte nahmen an, dass kalter Schleim vom Gehirn in die Glieder floss und den Schmerz auslöste, der jedem Rheumapatienten in dieser Form bekannt ist.

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