11. December 2018

Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das von der Nebennierenrinde hergestellt wird. Neben vielen anderen Funktionen erfüllt es vor allem die eines Stresshormons und wird ausgeschüttet, wenn der Körper Stress hat. Kortison selbst bewirkt im Menschen noch nichts, dafür muss es zunächst von der Leber in Kortisol umgewandelt werden – das geschieht auf natürliche Art und Weise im Körper. Dann kann es sich an bestimmte Rezeptoren im Körper binden, die anschließend dafür sorgen, dass es seine Funktion entfaltet. Erstmals injiziert wurde Kortison im Jahre 1948 bei einer Patientin mit rheumatischer Symptomatik. Danach war die Frau schmerzfrei, weshalb es heute unter anderem zur Behandlung von Gelenkschmerzen eingesetzt wird.

Tabletten oder Injektion?

Bei Arthrose empfiehlt sich Kortison vor allem in den ersten Phasen der Erkrankung, in denen die Wahrscheinlichkeit dafür noch groß ist, dass man den Patienten ohne operative Eingriffe schmerzfrei halten kann. Da die meisten Patienten mit erheblichen Schmerzen beim Arzt erscheinen, wenn die Diagnose gestellt wird, erhalten sie in der Regel eine Injektion. Auf diese Weise wirkt der Stoff schnell und die Wirkung hält auch für einige Zeit an. Gespritzt wird er dabei direkt ins Gelenk, wo er schnell Linderung verschafft. In dieser hochdosierten Form wird es nur als letzte Maßnahme eingesetzt, die keinesfalls für die regelmäßige Anwendung gedacht ist. Kortison in Tablettenform behandeln Arthrosebeschwerden weitaus sanfter und sind auch für die langfristige Anwendung gedacht, da sie weitaus niedriger dosiert sind. Oft wird Kortison dann eingesetzt, wenn es sich um eine aktivierte Arthrose oder eine rheumatische Erkrankung handelt, die Arthrose mitbringt oder unabhängig von ihr begleitet wird.

Nebenwirkungen

Kortison hat zwei häufige Nebenwirkungen, die jedoch von Patient zu Patient auf unterschiedliche Art und Weise in Erscheinung treten. Zunächst macht Kortison viele Menschen nervös und gereizt, je nach Dosis kann dies für die Mitmenschen schwer zu ertragen sein. Die behandelten Patienten selbst bemerken Zustände, die von einer leichten inneren Unruhe bis hin zu unerträglicher Erregbarkeit und Nervosität reichen. Außerdem macht Kortison den Menschen langfristig dick. Eine einzelne Injektion zur akuten Schmerzbekämpfung wird sich noch nicht auf das Körpergewicht auswirken, da es sich um eine einmalige Anwendung handelt, die nicht ständig wiederholt wird. Tabletten hingegen können dafür sorgen, dass man zunimmt und der Körper mehr Fett einlagert – auch dann, wenn die Dosis nur niedrig ist. Einige Patienten nehmen davon überhaupt nicht zu, andere wiederum umso mehr.

Risiken

Kortison wirkt schnell und hält in seiner Wirkung auch für einige Zeit an. Das gilt vor allem dann, wenn es sich um eine Injektion handelte. Allerdings kann eine langfristige, hochdosierte Anwendung dafür sorgen, dass die Knochen- und Knorpelschäden bei Arthrose nur noch erheblicher werden und der Verschleiß schneller voranschreitet, als er es ohnehin schon tut. Vor allem Frauen in der Menopause steigern dadurch auch ihr Risiko, zusätzlich an Osteoporose zu erkranken, da der Wirkstoff die Knochen porös werden lässt. Gerade die längerfristige Anwendung birgt das Risiko eines Magengeschwürs.

Der richtige Einsatz

Kortison als Notfallmedikament, das ins Gelenk gespritzt wird, eignet sich bestens für die schnelle, effektive Behandlung von Arthrosebeschwerden. Langfristig lässt es sich in deutlich geringerer Dosis auch als Tablette einnehmen. Bei Kortison gilt jedoch aufgrund der nicht unerheblichen Risiken der Grundsatz, dass es so selten wie nötig und in so geringen Dosen wie möglich gegeben werden sollte. Andernfalls können unangenehme Folgeerkrankungen auftreten – deshalb sollte man stets auch auf deren Symptome achten.

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