20. January 2019

Bei fast jeder Arthrose nutzen sich die schützenden Knorpelschichten zwischen den Gelenken derart stark ab, dass sie ersetzt werden müssten, um dem Gelenk wieder Schutz bieten zu können. In den ersten Stadien der Erkrankung können Aminosäuren wie Arginin und Methionin noch dabei helfen, den Knorpelschaden zu beheben, sodass sich der Knorpel wieder regenerieren kann – zumindest zeitweise. Oft genug wird die Arthrose aber erst dann entdeckt, wenn Aminosäuren allein nicht mehr für eine Heilung sorgen können. Dann ist eine Transplantation die sinnvollste Lösung.

Was bringt die Knorpeltransplantation?

Bei der Arthrose liegt nahezu immer ein Knorpelschaden vor, auch wenn die Arthrose selbst gar nicht von einer Schwäche des Knorpels ausgeht. Auch dann, wenn die Sehnen dafür verantwortlich wären, nutzt sich der Knorpel stark ab, da er falsch belastet wird und rasch seine Elastizität und Erholungsfähigkeit einbüßt. Die Transplantation ersetzt in diesem Fall die natürliche Knorpelschicht durch künstlichen Knorpel, der widerstandsfähiger ist und auch durch eine falsche Belastung keine allzu großen Schäden aufweisen wird. Die neue Knorpelschicht wird dabei auf den Knochen gelegt, der einen neuen Schutz braucht, und kann eine marode gewordene natürliche Knorpelschicht problemlos ersetzen.

Was wird bei der Knorpeltransplantation gemacht?

Wenn der Arzt entscheidet, dass eine Knorpeltransplantation sinnvoll sein könnte, wird der Patient ins Krankenhaus eingewiesen, da eine Transplantation nur unter Vollnarkose durchgeführt werden kann. Anschließend wird das von der Arthrose betroffene Gelenk geöffnet, sodass die Ärzte an den Knochen gelangen können. Dann wird die neue, künstliche Knorpelschicht auf den erkrankten Knochen gebracht und an ihm fixiert, damit sie sich nicht wieder löst. Sobald sie sitzt, wo sie den neuen Schutz geben soll, kann die Wunde wieder verschlossen werden und der Patient hat den Eingriff auch schon überstanden. Je nach Entscheidung des Arztes folgt darauf eine unterschiedliche Wundheilung, außerdem wird meist eine Reha angeordnet. Dabei lernt der Patient, das Gelenk richtig zu belasten und damit zu leben, nun eine Knorpeltransplantation bekommen zu haben.

Wann macht die Transplantation Sinn?

Bevor man auf die Liste für die Operation kommt, muss der Arzt entscheiden, ob eine Transplantation mit neuem Knorpel tatsachlich sinnvoll wäre. Dies ist dann der Fall, wenn nicht gleichzeitig die Sehnen oder der Knochen betroffen sind. Anhand eines bildgebenden Verfahrens kann der behandelnde Arzt erkennen, ob die Transplantation alleine eine langfristige Schmerzfreiheit für den Patienten bringen könnte. Ist er sich unsicher, wird der Patient zur Operation angemeldet, zuerst wird jedoch eine Arthroskopie durchgeführt. Auf diese Weise erhalten die Ärzte direkten Einblick ins Gelenk und können erkennen, wie sich die Situation darstellt. Liegt lediglich ein Knorpelschaden vor, ist die Transplantation sinnvoll, da das kranke Element des Gelenks ersetzt wird und danach keine Schmerzen mehr auftreten dürften.

Das Leben nach der Transplantation

Eine Knorpeltransplantation bedeutet für viele Patienten den Weg in die Schmerzfreiheit, den Medikamente und alternative Heilungsversuche bislang nicht bringen konnten. Nach der Operation ist das Gelenk dennoch nicht wieder genauso belastungsfähig wie früher, da die eingesetzte Knorpelschicht künstlich ist. Ganz gleich, wie hochwertig und wirksam die modernen Transplantate sein mögen – das natürliche Gewebe können sie trotzdem nie ersetzen. Die natürliche Knorpelschicht war weitaus elastischer und belastungsfähiger als das Transplantat. Das Gelenk ist nach der OP zwar schmerzfrei, Leistungssport sollte man besser trotzdem bleiben lassen und sich stattdessen auf die gesunde Bewegung im Alltag konzentrieren, die danach wieder reibungsfreie laufen wird.

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