23. September 2020

Die moderne Medizin kann dank hochwirksamer Medikamente und minimalinvasiven, sanften Operationsverfahren fast jede Krankheit heilen. Diejenigen, die als nicht heilbar gelten, sind heutzutage meist genetisch bedingt und nicht hinreichend erforscht oder in ihrer Ursache und Auswirkung bekannt. Die Arthrose gehört aber leider immer noch zu den Erkrankungen, die als nicht heilbar im herkömmlichen Sinne gelten. Wenn sie diagnostiziert wird, hat sich der Gelenkschaden bereits irreparabel manifestiert, denn andernfalls könnten sich keine Symptome zeigen. Heilen im Sinne einer Zurückbildung kann der Mediziner bei der Arthrose nicht bieten. Das bedeutet aber längst nicht, dass der Zustand nicht erheblich gebessert werden könnte.

Warum ist Arthrose behandelbar, aber nicht heilbar?

Die Arthrose ist der altersuntypische Gelenkverschleiß, was bedeutet, dass Symptome erst dann auftreten können, wenn der Verschleiß bereits eingesetzt hat. Sehnen- oder Knorpelschaden, Knochenabrieb und andere Erscheinungen der Arthrose sind Voraussetzung dafür, dass man überhaupt von der Arthrose sprechen kann. Bevor sich diese Erscheinungen zeigen, gilt der Patient höchstens als Risikopatient und ihm kann mit prophylaktischen Maßnahmen geholfen werden. Danach jedoch kann nichts mehr unternommen werden, um die Gelenkschäden dazu zu bringen, sich zurückzubilden. Knorpelschäden lassen sich mit Aminosäuren wie Arginin und Methionin vielleicht begrenzen, da die Substanzen das Knorpelwachstum fördern, doch Knochenabriebe oder Sehnenschäden sind nicht dazu in der Lage, vollständig abzuheilen. Der Ausbruch der Arthrose bedeutet aber nicht, dass man die Entwicklungen nicht behandeln und auf diese Weise die Beschwerdefreiheit erreichen könnte.

Inwiefern ist Arthrose rückgängig zu machen?

Nicht jede Arthrose muss sofort operativ behandelt werden. Im Ernstfall jedoch kann ein operativer Eingriff dafür sorgen, dass die Gelenkbeschwerden des Patienten verschwinden und er einen deutlichen Anstieg seines Wohlbefindens erfährt. Beim operativen Verfahren werden je nach Patient diejenigen Teile des Gelenks ersetzt, die zerstört sind und sich auf anderem Wege nicht mehr schmerzfrei stellen lassen. Es kann beispielsweise eine künstliche Knorpelschicht eingesetzt werden, mit deren Hilfe der Patient wieder schmerzfrei gehen oder sich anderweitig bewegen kann. In schwerwiegenderen Fällen kann auch eine komplette Gelenkprothese eingesetzt werden, die ebenfalls dafür sorgt, dass sich die arthrotischen Beschwerden zurückbilden.

Können Gelenkbeschwerden vollständig verschwinden?

Arthrotisch bedingte Gelenkschmerzen sind dazu in der Lage, sich wieder vollständig zurückzubilden. Dies ist das Ziel einer jeden Behandlung. In den Anfangsstadien wird versucht, das betroffene Gelenk nach Möglichkeit zu erhalten, da eine Operation zu diesem Zeitpunkt unnötig wäre und man die Schmerzen besser durch andere Mittel behandeln kann. Der Patient ist allerdings darauf angewiesen, seine Gelenkbeschwerden genau zu dokumentieren, da sie Indikatoren für Verschlechterungen des Zustands sind. Erst, wenn kein sanftes Mittel mehr wirkt, wird zur Operation gegriffen. Wird sie richtig durchgeführt und sinnvoll geplant, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man danach nie wieder Gelenkbeschwerden bekommen wird und die Arthrose in gewisser Hinsicht als geheilt ansehen kann. Die meisten operativ behandelten Patienten zeigen nach dem Eingriff keinerlei Beschwerden mehr, nur sehr wenige leiden Jahre nach dem Eingriff an leichten Beschwerden und brauchen eine operative Berichtigung der Prothese, damit sie wieder beschwerdefrei Bewegungen ausführen können.

Nach der Schmerzfreiheit

Ist der Patient schmerzfrei, fühlt er sich vielleicht wieder dazu in der Lage, Tätigkeiten nachzugehen, die er krankheitsbedingt nicht mehr durchführen konnte. Das sollte jedoch immer in Absprache mit dem Arzt geschehen. Denn hierin liegt die unheilbare Komponente der Arthrose. Voll belasten sollte man das Gelenk nach der Schmerzfreiheit nicht mehr, da es schlichtweg nicht mehr so belastungsfähig wie vor der Erkrankung ist.

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