11. December 2018

Die Ursachen der Arthrose sind sicherlich nicht alle bekannt, viele werden noch diskutiert und einige wurden möglicherweise noch gar nicht erkannt. Als recht gesichert gilt allerdings, dass die Arthrose genetische Ursachen haben könnte. Liegt beispielsweise eine genetische Veranlagung zu schwachem Bindegewebe vor, kann es durchaus sein, dass das Gelenk dadurch früher oder später Schaden nimmt. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Arthrose prinzipiell vererbbar ist. Die Erblichkeit der Erkrankung wäre davon abhängig, wovon sie ausgeht und in welchem Maße sich der Lebensstil des Verwandten auf die Erkrankung ausgewirkt hat.

Arthrose und die Gene

Die Arthrose kann durchaus auf genetischen Veranlagungen basieren. Schwaches Bindegewebe, eher schwache Sehnen oder eine genetisch bedingte Veranlagung zu schwachem Knorpel können dafür sorgen, dass eine Arthrose zumindest wahrscheinlicher wird. Eine Erbkrankheit im engeren Sinne ist sie allerdings nicht, anhand des Stammbaums eines Patienten kann man nicht sicher sagen, ob er im späteren Leben unter einer Arthrose leiden wird oder nicht. Denn der tatsächliche Ausbruch der Erkrankung hängt stark vom Lebensstil sowie vom individuellen Risiko eines jeden Patienten ab.

Welche Verwandten sind entscheidend?

Bei der Frage, ob man aus rein genetischer Sicht einem gewissen Arthroserisiko unterliegt, sollte man sich vor allem die näheren Verwandten ansehen. Dazu gehören zunächst Mutter und Vater, vielleicht auch noch deren Eltern. Wer bereits ältere Geschwister hat, die im Rentenalter sind, kann auch auf deren Gesundheit achten. Liegen in diesen Kreisen arthrotisch veränderte Gelenke vor, liegt es nahe, dass eine gewisse genetische Veranlagung im engeren Kreis der Familie liegt. Wenn die Arthrosen auf einer gleichen oder ähnlichen Basis entstanden sind, sollte man sich frühzeitig schonen und dafür sorgen, die gefährdeten Bestandteile des Gelenks besonders pfleglich und achtsam zu behandeln. Eher zweitrangig bei der Analyse sind entfernte Verwandte wie Cousins oder auch Halbgeschwister der eigenen Eltern.

Wie groß ist das genetische Risiko?

Wenn sich in einer Familie die Fälle von Arthrose häufen, muss man noch keine Angst davor bekommen, früher oder später selbst erkrankte Gelenke zu bekommen. Ob und wann ein Gelenk erkrankt, hängt stark davon ab, wie es in den jungen Lebensjahren belastet wurde. Eltern mit Kindern können frühzeitig darauf achten, dass der Nachwuchs eine gesunde Haltung annimmt, indem sie beispielsweise auf die Wahl der richtigen Schuhe, des Schulrucksacks und später des Schreibtischs achten. Auf diese Weise beugen sie den meisten Arthrosen im Kind bereits effektiv vor und geben ihm eine gute Grundlage für ein späteres, gesundes Leben in eigener Regie. Auch Erwachsene sollten auf ihre gesunde Körperhaltung achten, denn auf diese Weise schützen sie ebenfalls ihre Gelenke vor dem zu raschen Verschleiß. Auf diese Weise brauchen sie keine allzu große Angst zu haben, an Arthrose zu erkranken, auch wenn die Familie die Erkrankung kennt.

Kann man das genetische Risiko ermitteln?

Da die Arthrose nicht als Erbkrankheit gibt, besteht auch nicht die Möglichkeit, sich beispielsweise in einer Beratungsstelle für Familien oder beim Arzt beraten zu lassen, wenn man genetisch schlecht ausgestattet sein könnte. Wenn die Mutter, der Vater oder beide sowie möglicherweise auch die Geschwister arthrotisch bedingte Gelenkbeschwerden haben, kann man allerdings recht sicher davon ausgehen, dass Vorsicht nicht unangebracht wäre. Es reicht jedoch völlig, auf eine gesunde Haltung im Alltag zu achten, um sich vor dem Ausbruch der unangenehmen Gelenkerkrankung zu schützen.

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