21. March 2019

Die Arthrose muss entgegen landläufiger Meinung nicht sofort nach Diagnosestellung operiert werden. Es gibt sanfte Methoden, mit denen sich Beschwerden lindern lassen, sobald sie auftreten. Die Gelenkpunktion ist eine recht schmerzlose Möglichkeit, die vor allem bei der so genannten aktivierten Arthrose in Betracht gezogen wird. Liegt der Befund vor, ist die Gelenkpunktion oftmals auch die einzige Option, mit deren Hilfe sich eine langfristige Besserung ergeben kann. Angst braucht man vor der Behandlung nicht zu haben, denn danach ist man wieder schmerzfrei und hat auch während der Behandlung kaum Schmerzen zu befürchten.

Die aktivierte Arthrose

Bei der aktivierten Arthrose handelt es sich um eine Arthrose, bei der sich im Gelenk Flüssigkeit angesammelt hat. Häufig tritt sie in Verbindung mit einer entzündlichen Arthritis auf, die jedoch gesondert behandelt werden muss. Erkennen kann man aktivierte Arthrosen an charakteristischen Symptomen, die den Patienten oft genug von ganz alleine zum Arzt gehen lassen. Es ist beispielsweise angeschwollen und lässt sich kaum noch oder gar nicht mehr bewegen. Die Schwellung wäre nicht etwa fest, stattdessen manifestiert sie sich als bewegliche Erscheinung, die trotzdem schmerzhaft sein kann. Die Flüssigkeit sammelt sich dabei in den Räumen ein, die die Anatomie des Gelenks bewusst ausgelassen hat, um dessen Beweglichkeit zu wahren, weshalb es auch zu erheblichen Einschränkungen der Beweglichkeit kommen wird.

Die Gelenkpunktion

Bei der Gelenkpunktion wird eine Kanüle ins Gelenk eingeführt, die dafür sorgen soll, dass die Flüssigkeit abfließen kann. Es handelt sich dabei allerdings nicht um eine große Kanüle, in den meisten Fällen wird sie kaum größer sein als die Nadeln, die beispielsweise für eine Blutspende eingesetzt werden. Mit der Nadel wird das Gelenk punktiert, was allerdings nicht schmerzhafter als jeder andere Nadelstich beim Arzt ist. Anschließend muss man abwarten, bis alle Flüssigkeit aus dem Gelenk ausgetreten ist. Dies kann je nach Menge einige Minuten dauern, aber auch etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Einige Ärzte werden die Flüssigkeit in einem Gefäß einfangen, andere hingegen entnehmen sie dem Gelenk mithilfe einer Spritze – dadurch kann sie bei Bedarf später untersucht werden. Ist die Flüssigkeit entnommen, wird man meist sofort eine Besserung spüren und die Kanüle wird wieder entnommen. Zeigt sich allerdings auch einige Tage nach der Behandlung keine Besserung der Schmerzen oder kehrt die Schwellung zurück, sollte man sich auf jeden Fall mit dem Arzt absprechen und eine Nachuntersuchung durchführen lassen.

Woher kommt Flüssigkeit im Gelenk?

In den meisten Fällen lagert sich Flüssigkeit im Gelenk ein, wenn ein entzündlicher Zustand vorliegt. Eine Arthritis ist der häufigste Auslöser dafür, und sie kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten. Seltener handelt es sich nicht um eine zugrundeliegende Arthritis, sondern die Flüssigkeit sammelt sich aus anderen Gründen im Gelenk. Bei der Flüssigkeit handelt es sich meist um entzündliches Material, gelegentlich aber auch um körpereigene Abfallprodukte.

Wann bringt die Gelenkpunktion nichts?

Gelenkpunktionen können nur dann effektiv sein, wenn sich Flüssigkeit im Gelenk angesammelt hat, die abgelassen werden kann. Gelegentlich kann es auch vorkommen, dass keine deutlich erkennbare Schwellung auftritt, wenn sich Flüssigkeit angesammelt hat, sodass der Arzt untersuchen müsste, ob eine Punktion des betroffenen Gelenks Linderung verschaffen könnte. Handelt es sich jedoch um eine Schmerzquelle, die nicht von einer störenden Ansammlung von Flüssigkeit ausgeht, wird die Gelenkpunktion keinerlei Linderung verschaffen können. In den meisten Fällen hilft sie nur bei aktivierter Arthrose, da alle anderen Fälle anders behandelt werden müssen.

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