21. August 2019

Seit dem 1. Juli 2009 gilt die Arthrose des Kniegelenks als Berufskrankheit. Die Anerkennung einer berufsbedingten Arthrose erhalten Personenkreise, die in Berufen tätig sind, in denen das Kniegelenk besonders stark belastet wird. Allerdings treten Arthrosen nicht nur am Kniegelenk auf, sodass auch andere Berufsgruppen vom altersuntypischen Gelenkverschleiß betroffen sein können. Zu den gefährdeten Berufsgruppen gehören prinzipiell alle Menschen, die im beruflichen Alltag häufiger eine ungesunde oder belastende Haltung annehmen müssen, die verschiedene Gelenke des Körpers übermäßig stark beanspruchen und zum Knorpelschaden oder anderweitigen Problemen führen kann.

Sportler

Nicht jeder Sportler ist vom Arthroserisiko gleich stark betroffen. Das individuelle Risiko hängt stark von der ausgeübten Sportart ab. Beim Reiten beispielsweise besteht das Risiko höchstens für das Pferd, der Reiter hingegen hat sehr wenig zu befürchten. Stärker betroffen wäre beispielsweise der Berufsfußballer, der immer wieder die unterschiedlichsten Schäden an den Gelenken und dem Muskelgewebe davonträgt. Er könnte sich im Rahmen des Sports eine Verletzung zuziehen, die die Stabilität der Gelenke beeinträchtigt und langfristig zur Arthrose führen kann. Zur größten Risikogruppe gehören allerdings Extremsportler und Motorsportler, da sich dabei schnell schwere Unfälle ereignen können, die schlimmstenfalls lebenslänglich lähmen.

Handwerker

Handwerker, die sich in ihrem Beruf häufig in die kniende Haltung begeben müssen, gelten ebenfalls als große Risikogruppe. Sie sind vor allem von der Knie- und Hüftgelenksarthrose betroffen, meist manifestiert sich der Gelenkverschleiß jedoch im Knie. Maler, Fliesenleger, Installateure, Dachdecker oder Rangierer wissen zwar alle, dass die Hocke langfristig nicht gesund ist, auch wenn sie besser ist, als sich mit durchgestreckten Beinen zu bücken – und trotzdem kommen sie um diese Haltung kaum herum. Eine Arthrose manifestiert sich häufig erst nach über einem Jahrzehnt, doch bereits vor dieser Zeit können Gelenkschmerzen auftreten und darauf hindeuten, dass die häufige hockende oder kriechende Haltung nicht gesund ist.

Büromitarbeiter

Zu arthrotischen Veränderungen an den Händen kann es vor allem beim Büromitarbeiter bekommen, der täglich viel am PC tippt. Der Manager wird davon jedoch weniger betroffen sein als seine Sekretärin, die verhältnismäßig viel PC-Arbeit an einem Tag leistet. Typische Berufskrankheiten dieser Felder, etwa sie Sehnenscheidenentzündung, können bereits darauf hindeuten, dass die Arbeitshaltung ungesund ist, auch wenn sie nicht unmittelbar zur Arthrose führen. Diese ergibt sich vielmehr aus der jahrelangen Abnutzung von Finger- und Handgelenken heraus und manifestiert sich ähnlich wie beim Handwerker erst nach über einem oder mehreren Jahrzehnten.

Pflegepersonal und Tierpfleger

Zu den von der Kniegelenkarthrose gefährdeten Berufsgruppen gehören insbesondere auch Pflegekräfte, die Menschen und Tiere versorgen. Dabei kommt es jedoch immer aufs individuelle Betätigungsfeld an. Eine Krankenschwester muss sich beispielsweise nicht ständig bücken und der Arzt noch seltener, bei einem Altenpfleger hingegen kann diese Haltung häufiger erforderlich sein. Pfleger von mittelgroßen Tieren wie etwa Hunden können die Gelenke beispielsweise bei der Arbeit mit dem Tier stark belasten, wenn sie sich hinknien müssen, um auf Augenhöhe sein zu können. Größere Tiere, die in Ställen oder Offengehegen leben, sind auf die Reinigung ihrer Lebensräume angewiesen, was wiederum die Hüfte und die Knie des Pflegers stark belasten kann. Wenn er solche schweren Tätigkeiten über mehrere Stunden am Tag ausübt und sie nahezu täglich durchführen muss, kann sich daraus in ferner Zukunft eine Arthrose entwickeln. Gefährdet sind beispielsweise Zoowärter, einige Landwirte oder Pferdepfleger, die sich nicht mit der Ausbildung, sondern der Pferdepflege befassen.

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