13. November 2018

Ich habe schon immer etwas komische Füße gehabt. Schon in Jugendjahren wurde bei mir einen Senk-, Spreiz- und Plattfuß diagnosiziert. Außerdem ein Hallux Valgus an beiden Füßen, so nennt man „Schrägzehen“ und extrem große Ballen, insgesamt also das volle Programm. Wobei der rechte Fuß noch deutlich deformierter aussah bzw. aussieht. Damals (das ist aber auch schon über 20 Jahre her, ich bin jetzt Ende dreißig) hat mir der Orthopäde Einlagen und ein sogenanntes Spreizband verschrieben. Das wird über Zehen und Ballen gezogen und da es elastisch ist, zieht es den Fuß seitlich so zusammen, dass der Ballen am große Zeh nicht mehr so absteht. Außerdem hat er mir eine Art Gummipfropfen mitgegeben, den ich zwischen den großen Zeh und seinem Nachbarzeh stecken sollte, damit der große Zeh eine geradere Stellung bekommt. Hoffe, ihr könnt euch etwas drunter vorstellen, klingt jetzt vielleicht komplizierter als es ist. Habe das dann auch ganz tapfer einige Monate getragen, aber hatte nicht den Eindruck, dass es viel gebracht hätte. Hinzu kam, dass ich durch das enge Spreizband öfter Krämpfe im Fuß bekam. Insgesamt also hat die Aktion außer Schmerzen nicht viel gebracht worauf ich Spreizbänder und Gummipfropfen weggeschmissen hatte. Einige Jahre ging es dann auch ohne ganz gut, im Grunde war das eher eine optische und ästhetische Sache.

Mitte zwanzig war ich dann wieder wegen einer anderen Sache bei einem anderen Orthopäden. Der sah meine Füße und fragte ob ich denn damit Probleme hätte. Und ob ich die operieren lassen wolle, denn wenn ich Schmerzen bekomme und in den Ballen erstmal Arthrose sei, wäre eine OP sinnlos. Er sprach sogar von „Sägen“, was für ein schrecklicher Gedanke! Da ich Privatpatient bin, riet er mir aber noch einen Besuch bei einem Professor in der Charitè in Berlin. Der meinte, solange ich keine Schmerzen habe, würde er von einer Operation absehen. Das stand zwar irgendwie im Widerspruch zu meinem „normalen“ Orthopäden (wenn Schmerzen, ist es für OP zu spät), dennoch war mir die Aussage recht, ich dachte mir, ein Professor weiss es vielleicht noch besser als ein Facharzt (ich weiß, das klingt doof), aber vor allem war es für mich Alibi mich nicht operieren lassen zu müssen. Das ist jetzt über 10 Jahre her und bis vor einem Jahr ist alles gut gegangen. Doch seitdem habe ich tatsächlich in beiden Ballen manchmal abwechselnd manchmal gleichzeitig stechende Schmerzen. Das ist ein kommen und gehen, meist auch nur über einen Zeitraum von wenigen Stunden. Aber es wird häufiger, eine zeitlang war es nur alle paar Tage einmal, zwischenzeitlich fast jeden Tag, manchmal sogar mehrfach täglich. Ich befürchte, ich muss mich wieder auf den Weg zu einem Arzt machen, vermutlich werde ich jetzt um eine OP nicht herumkommen. Kann jedem nur raten, nicht so lange zu warten, wie ich es getan habe. Also ähnliche Erfahrungen wie sie Franz in seinem Bericht ja auch beschreibt.

 

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