13. November 2018

Mein Arzt hat bei mir vor einem halben Jahr bei mir Kniearthrose festgestellt! Das hätte mich fast umgehauen, weil mir gleich alles Schlimme durch den Kopf ging: Schmerzen, eingeschränkte Bewegung bis zum steifen Knie! Leider bin ich schon Ende fünfzig, was mich vermuten ließ, dass die Angelegenheit bei mir problematischer ist als bei jungen Leuten. Im Nachhinein kann ich glücklicherweise behaupten, dass alles gut verlaufen ist. Daher soll mein Bericht auch etwas Mut machen.

Zuerst führte er eine Arthroskopie durch, um zu sehen wie weit meine Arthrose schon fortgeschritten ist. Leider befand sie sich schon in einem fortgeschrittenen Stadium, so dass er das Thema gleich auf „Prothesen“ lenkte. Das fand ich völlig schockierend, klang ganz schlimm, fand ich. Der Grund lag vermutlich in einem Sportunfall (Fußball), der allerdings schon bestimmt 30 Jahre her war. Außerdem sind meine Beine und Knie durch meinen Beruf, der mich auch körperlich beansprucht, ziemlich gefordert. Hinzu kommt natürlich noch mein Alter. Wobei ich sagen muss, dass ich mich nicht wirklich alt fühle, aber immerhin arbeiten meine Knie auch schon 59 Jahre! Der Arzt erklärte mir, dass alle anderen konservativen und operativen Verfahren nicht mehr ausreichen würden, daher die Prothese. Da durch die Sportverletzung auch die Bänder in Mitleidenschaft gezogen waren empfahl er mir eine sogenannte vollgekoppelte Knieprothese. Leider kann ich damit nur noch Beuge- und Streckbewegungen durchführen. Da meine Bänder schon so hinüber sind, macht etwas anderes leider keinen Sinn. Die OP verlief glücklicherweise recht problemlos. Was ich nicht wusste, was ich aber gut fand, ist dass man schon am ersten Tag mit den ersten REHA-Maßnahmen startet. Das sind dann in aller Regel ganz einfache Bewegungsübungen. Die erste Zeit verbringt man dann mit Rollator und Krücken. Wichtig ist, dass man sich auch wirklich Mühe gibt bei den Übungen, immerhin geht es darum wieder eine fast normale Mobilität zu erlangen. Spezielle Dinge wie Treppensteigen müssen tatsächlich wieder erlernt werden. Aber das klingt schlimmer als es in Wirklichkeit ist, man bekommt das schnell wieder hin.

Mittlerweile kann ich sagen, dass ich nahezu schmerzfrei bin und mich wieder fast normal bewegen kann. Auf einige sportliche Aktivitäten wie Schifahren verzichte ich jetzt zwar lieber, aber dafür schwimme ich jetzt mehr und jogge regelmäßig. Mit ganz leichten Abstrichen ist ein normales Leben also wieder möglich. Ich kann nur jeden ermuntern sich einer OP zu unterziehen, irgendwann gibt es leider keine Alternativen mehr. Und dann kann man es lieber schnell hinter sich bringen als es vor sich herzuschieben – davon wird es nämlich garantiert nicht besser. Selbst so einer wie ich, der ziemliche Angst nach der Diagnose hatte, ist heute davon überzeugt, dass das der einzige richtige Weg ist. Ich wünsche allen Leidensgenossen das Beste

 

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