13. November 2018

Hallo, ich heiße Lars und bin 47 Jahre alt. Möchte euch von meinen Problemen mit meiner Hüfte erzählen, und dass obwohl ich noch relativ jung bin. Früher dachte ich immer, das trifft nur alte Leute, die sich in ihrem Leben kaum bewegt haben. Da ich mich aber immer bewegt habe und mit Tennis sogar eine Sportart betrieben habe, der ich regelmäßig nachging, dachte ich, dass mir so etwas nie passieren kann. Daher machte ich mir keine Gedanken als ich vor eineinhalb Jahren ein Stechen in der Hüfte verspürte, dass zwar schmerzhaft war, aber auch schnell wieder verschwand bis es nach einigen Tagen wieder da war.

Anfangs dachte ich, es handele sich um eine Überlastung oder das Resultat einer falschen Bewegung, die ich mir beim Sport eingefangen habe. Ein Arztbesuch erschien mir nicht notwendig. Das Ganze war ein auf und ab, in dem die Abstände zwischen den Schmerzen aber immer kürzer wurden. So ging ich eines Tages dann doch zu meinem Hausarzt. Mir war zwar klar, dass der nicht der Experte für solche Angelegenheiten ist, aber ich ahnte ja noch nicht wie ernst es bei mir ist, und dass ich bei einem Facharzt besser aufgehoben wäre. Wahrscheinlich hatte ich auch nur Angst und hatte insgeheim die Hoffnung, dass es nicht so schlimm sei… Mein Hausarzt untersuchte mich nur kurz und schickte mich gleich zu einem Orthopäden weiter. Der untersuchte mich eingehend und riet mir eine arthroskopische Operation durchführen zu lassen. Ich ließ mich erstmal richtig beraten von ihm. Bei dem Gedanken an eine Operation war mir nicht wohl. Erstens wurde ich glücklicherweise noch nie operiert und hatte somit noch keine Erfahrung zu dem Thema. Und zum zweiten dachte ich mir, wenn an der Hüfte eine OP misslingt, dann hätte ich den Rest meines Lebens unter großen Schmerzen oder Beeinträchtigungen zu leiden. Der Arzt erklärte mir aber alles so gut, dass ich schnell Vertrauen zu ihm und der OP insgesamt hatte. Das kann ich sowieso nur jedem raten: Sollte man, wie ich, kein Vertrauen zu dem Arzt oder einer OP-Methode haben, lieber weitersuchen, denn dazu ist das Gelingen des Eingriffs viel zu wichtig!

Also, nach kurzer Bedenkzeit entschied ich mich „dafür“. Das ganze nennt sich “Hüft-Impingement“ und ist eine „minimal invasive Operation“, das bedeutet, dass der Eingriff nicht allzu schwer ist. In Kurzform geschildert, funktioniert das so: Es werden zwei relativ kleine Schnitte ins Fleisch gesetzt, und der Arzt führt zwei Spezialinstrumente in das Gelenk ein. Knochenteile werden vorsichtig abgeschliffen. Dadurch wird der Hüftkopf perfekt auf die Gelenkpfanne angepasst. Da bei mir auch Knorpel beschädigt war, wurden auch diese betroffenen Teile abgetragen, somit hatte das Gelenk jetzt wieder genügend Bewegungsraum. Das gute daran ist, dass die Risiken relativ gering sind und die Beschwerden umfassend beseitigt werden bevor es alles noch schlimmer wird. Auch die Zeit nach der OP war den Umständen entsprechend o.k. So konnte ich mich bald zumindest mit Hilfe von Krücken fortbewegen. Das Gelenk wird dadurch nicht belastet, und somit kann alles wieder gut verheilen. Nach 6 oder 8 Wochen (ganz genau weiss ich das nicht mehr) konnte ich die Krücken bei Seite legen und im wahrsten Sinn des Wortes Schritt für Schritt wieder besser gehen. Nach ungefähr 9 Monaten war ich nahezu beschwerdefrei und konnte mich fast normal bewegen.

Einen Tennisschläger habe ich zwar nie wieder angefasst, irgendwie sitzt bei mir doch noch die Angst fest, dass wieder etwas passieren könnte. Dafür jogge ich ein- oder zweimal pro Woche langsam 20 – 30 Minuten und gehe ab und zu schwimmen. Auf jeden Fall bin ich dem Doc dankbar, dass er mich so gut beraten und operiert hat. Kann meinen Leidensgenossen nur raten, sich in ärztliche Behandlung zu begeben und die Sache nicht noch länger heraus zu zögern, denn besser wird es bestimmt nicht.

 

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