13. November 2018

Ich bin 57, heiße Helga und bin Verkäuferin. Da ich seit Jahrzehnten viel auf den Beinen bin, wurde bei mir eine steife Großzehe festgestellt, das ganze nennt sich dann Hallux rigidus, nicht zu verwechseln mit dem Hallux valgus. Das beginnt mit einer allmählichen Versteifung des großen Zehs, Schmerzen, die immer schlimmer wurden und schließlich Schwellung des Zehs, so dass ich kaum noch in den Schuh passte.

Ich bin dann sofort zum Arzt gegangen. Dabei ärgerte ich mich schon über mich selbst, weil mir das doch schon fast als zu spät erschien. Als wäre das nicht schon schmerzhaft genug, wurde es bei Kälte noch schlimmer, was bei dem vorletzten langen und kalten Winter natürlich besonders unangenehm war. Das mit der Kälte erwähne ich deshalb, weil auch das ein Grund sein kann, wenn man z.B. noch in den Schuh passt. Mein Arzt versuchte es zuerst mit sogenannten konservativen Maßnahmen. Bei mir waren das Schuheinlagen und sogenannte manuelle Medizin mit einem Physiotherapeuten, andere Ärzte verordnen z.B. Injektionen. Da der Erfolg aber ausblieb, änderte mein Arzt die Strategie in Richtung operativer Behandlung. Ich weiss im Nachhinein nicht, warum er das nicht gleich gemacht hat, weil das nämlich gleich zum gewünschten Erfolg führte. Ich will ihm nicht unterstellen, dass er an der ersten Behandlung noch extra verdienen wollte, aber hätte ich mehr nachgefragt und auf die OP gedrängt, hätte ich Zeit gespart. Die Operation ist wirklich nicht schlimm, auch wenn die Methode erst etwas abenteuerlich klingt. Bei mir wurde die sogenannte Cheilektomie durchgeführt. Dabei werden Knochenüberstände aus dem Grundgelenk vorsichtig weggemeißelt und entfernt. Auch wenn das brutal klingt, so ist die OP überhaupt nicht schlimm und eine vorsichtige Belastung ist gleich nach ihr möglich, wobei man natürlich auch nicht gleich übertreiben sollte. Um ein wirklich gutes Ergebnis zu erzielen, sollte man darauf achten, eine möglichst umfangreiche Physiotherapie verschrieben zu bekommen und durch disziplinierte Eigeninitiative viel zu Trainieren. Das A und O ist aber tatsächlich, schnell den Arzt aufzusuchen, damit die richtige Therapie und ggf. OP besprochen werden kann.

 

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