13. November 2018

Hallo, ich bin die Gisela und möchte euch von meiner Leidensgeschichte berichten. Nicht um mich auszujammern, sondern um vielleicht eine Hilfe für Leidensgenossen aufzuzeigen. Wobei ich leider kein Patentrezept anbieten kann, aber häufig hilft es ja, wenn man sich etwas Mut machen kann.

Auch wenn ich nicht behaupten kann, dass mein Leiden verschwunden ist, so ist es wenigstens gelindert worden und der Alltag wieder deutlich lebenswerter als in der Vergangenheit. Ich fange am besten ganz am Anfang an. Ich bin 58 Jahre alt und soweit „normal“ gesund, ich konnte mich bis auf Kleinigkeiten nie beschweren. Das einzige worunter ich hin und wieder gelitten habe war das Klimakterium. Ich dachte, ich hätte es soweit gut überstanden, wenn da nicht immer diese Rückenschmerzen aufgetreten wären. Allerdings machte ich mir da zuerst keinen großen Kopf drum, sie gingen ja auch meist schnell wieder weg. Man findet dann ja auch tausend Gründe woran das liegen kann: Büroarbeit, schlecht gesessen, oder im Schlaf schlecht gelegen, vielleicht sind die 12 Kilo Übergewicht doch nicht so gut für die Wirbelsäule und so weiter.

Bis bei mir eines Tages Osteoporose festgestellt wurde. Das kommt überwiegend bei Frauen über 50 vor und hat neben diversen Gründen wie zu wenig Bewegung oder unausgewogene Ernährung auch das Klimakterium als Ursache. Das Ergebnis als solches fand ich schon niederschmetternd, da diese Krankheit nicht beseitigt, sondern nur verzögert werden kann. Als würde das nicht reichen, wurde einige Monate später sogar noch eine Spondylarthrose festgestellt. Das ist eine Arthroseart, die an der Wirbelsäule zu finden ist, was mir gleich doppelt Angst machte. Arthrose ist bestimmt niemals angenehm, aber wenn ich mit einem anderen Körperteil wie Zeh oder Finger tauschen könnte, hätte ich es sofort gemacht. Meine Ärztin erklärte mir auch, wie die Spondylarthrose entsteht. Das fand ich zwar interessant, weil ich immer wissen möchte was in meinem Körper vor sich geht, aber ein Trost war das gewiss nicht. Durch die von der Osteoporose geschwächten Knochen kann die Stabilität der Wirbelsäule nicht mehr aufrecht gehalten werden. Die Belastung für die Wirbelsäule ist ja sowieso recht hoch, in dem Fall wird sie aber nicht mehr gleichmäßig verteilt. Das führt auf Dauer zu einer Fehlstellung, da man sich auch „falsch“ bewegt. Es kommt auf Dauer zu einer Verkalkung in dem Bereich. Kein Wunder, dass ich davon Schmerzen und Muskelverspannung bekommen habe.

Meine Ärztin führte ein ausführliches Gespräch mit mir über Lebensgewohnheiten, vorherige Krankheiten etc.. Dann tastete sie meine Wirbelsäule ab und achtete auf Druckschmerzen, außerdem mußte ich noch Übungen machen, an denen sie sehen konnte wie beweglich mein Rücken noch war wenn ich mich in die eine oder andere Richtung beugte. Letzten Überblick haben wir dann durch das Röntgen und das MRT erfahren. Erleichtert war ich, dass in solchen Fällen so gut wie gar nicht operiert wird. Ich glaube das wäre der letzte Schritt, wenn ich mich an der Wirbelsäule operieren lassen würde. Es gibt einiges an Therapieformen, die für mich zwar auch nicht wirklich so überzeugend klangen, darunter zum Beispiel Schmerzpflaster und Medikamente. Das man damit so ein schwerwiegendes Leiden in den Griff bekommen sollte, konnte ich mir kaum vorstellen. Aber darüber hinaus wurde mir noch reichlich Schmerztherapie in Form von Ultraschall und Wärme, sowie Krankengymnastik verschrieben. Heute muß ich sagen, die Mischung macht es aus. Jedes dieser Teilchen zusammengesetzt ist dann doch wie ein kleines Puzzle, das hilft. Auch wenn mich all diese Therapieformen jetzt mein Leben begleiten müssen, so kann ich doch sagen, dass die Schmerzen zwar nicht komplett weg sind, aber dass sie deutlich gelindert wurden. Somit ist mir ein nahezu beschwerdefreier Alltag, in denen es natürlich auch noch kleine Hochs und Tiefs gibt, mittlerweile wieder möglich. Dafür bin ich sehr dankbar, und hoffe einigen Menschen mit meinen Zeilen etwas geholfen zu haben.

 

Vorheriger Bericht | Nächster Bericht