13. November 2018

Mit dem Computer habe ich mich anfangs gar nicht befreunden können. Im VHS-Seniorenkurs haben sie mir aber die Angst davor nehmen können. Ich bin mit 69 Jahren nicht mehr so beweglich im Kopf, dass ich mit neuen Technologien ohne Hilfe zurechtkomme. Es hat schon seinen Sinn, dass man in diesem Alter in Rente geht. Die Rente hat mich allerdings auch etwas einsam gemacht. Und da kam der Computer gerade recht. Meine Töchter und Enkelinnen leben weit entfernt. Jetzt kann ich mich per E-Mail mit Ihnen austauschen, ohne sie mit meinen Telefonanrufen zu „nerven“. Und über das Internet habe ich ja auch Franz kennengelernt, dessen Erfahrungsbericht über Arthrose mir ausgesprochen gut gefallen und wirklich weitergeholfen hatte. Auch ich leide nämlich unter einer Arthrose. Bei mir ist es eine schwere Coxarthrose, die auch meine Beweglichkeit einschränkt. Noch so eine Sache, weshalb ich den Computer (notgedrungen) zu schätzen gelernt habe.

Wir Menschen sind zum Mond geflogen und werden wohl auch irgendwann zum Mars reisen. Aber für meine schwere Hüftarthrose gibt es trotz aller Forschung nichts Dolles. Mein Arzt sagt, irgendwann komme ich um eine künstliche Hüfte wohl nicht mehr herum. Das war ein Schock, denn ich bin ansonsten immer kerngesund gewesen und in meinem Alter ist so eine Operation kein Spaziergang mehr. Momentan sind die Beschwerden aber noch halbwegs erträglich. Deshalb hoffe ich, ich komme um die Operation noch eine Weile herum. Trotz Schmerzen bemühe ich mich, durch regelmäßige Spaziergänge und Seniorengymnastik meine Coxarthroseschmerzen im Zaum zu halten. Wenn man gar nichts tut, macht man etwas falsch! Vielleicht sollte ich auch endlich mal meinem Wohlstands-Bauch zu Leibe rücken. Ich habe gelesen, dass man mit der Reduktion von Übergewicht einiges für sich tun kann. Im Notfall nehme ich auch mal ein Schmerzmittel, aber es bekommt mir nicht gut. Ich bekomme leicht Magenprobleme davon. Paracetamol und die klassischen Entzündungshemmer kann man doch ohnehin nicht auf Dauer einnehmen, ohne Nebenwirkungen zu haben. Die Knorpel-Aufbaupräparate aus dem Reformhaus, die eine wohlmeinende Nachbarin mir empfohlen hat, waren auch nicht besonders überzeugend. Ihr hätten sie geholfen, sagte sei. Was versucht man nicht alles…

Ich habe mir jetzt mal an einem Skelett ein Hüftgelenk mit Prothese angesehen. Man sagt ja, diese Operation kann man heute auch bei Greisen vornehmen – aber ich denke, es ist trotz allem eine schwere Operation mit relativ langer Rehabilitationszeit. Und man muss ja beide Hüftgelenke ersetzen, also sind es in Wahrheit zwei Operationen, die auf einen zukommen. Von den Fehlschlägen berichten sie ohnehin nie! Bei mir sitzt das Kugelgelenk auch noch im falschen Winkel in der Hüftpfanne und scheuert zu sehr am Hüftknochen. Der Gelenkknorpel war dadurch geschädigt. Das hat man viel zu spät erkannt, die Abnutzung war entsprechend groß. Vom Knorpel ist heute fast nichts mehr da. Stattdessen hat sich im Laufe der Jahre der Abrieb an den Hüftknochen verfestigt und stört nun die Bewegungsabläufe. Man arrangiert sich mit den Schmerzen, indem man bestimmte Bewegungen anders macht oder ganz lässt. Das verkürzt aber einige Muskeln und alles wird immer schmerzhafter. Wer da scherzend von den vielen „Alterszipperlein“ unserer Generation redet, hat keine Ahnung.

Mein Arzt hat es ganz gut beschrieben. Erst werden die Schmerzen beim Laufen, beim Aufstehen oder nach dem Mittagsschläfchen stärker. Dann hast du auch in den Ruhephasen oder nachts Schmerzen. Bei Belastung hast Du sowieso Schmerzen und kannst dir nicht mal mehr die Socken ohne Probleme anziehen. Der Zahn der Zeit nagt an uns allen, aber an meiner Hüfte hat er sich wirklich ganz besonders gütlich getan! Bei mir war wohl keine erbliche Belastung da, aber die anstrengende Arbeit (ich war 23 Jahre Paketzusteller, dann im Innendienst) hat meine Gelenke verschlissen. Heute ist da alles automatisiert, aber in den ersten Jahrzehnten war das noch anders. Ich habe mir meine Hüftarthrose wohl redlich verdient. Auf mein Gewicht habe ich sowieso nie geachtet. Für mein Alter habe ich nicht allzu viel Übergewicht – aber es belastet die Hüftgelenke eben noch genug. Daher suche ich immer noch nach einem Weg, der mir die Operation erspart. Und da kamen mir die Tipps von Franz gerade recht. Dafür bin ich ihm wirklich sehr dankbar. Aber ich bin auch für weitere Anregungen offen und hoffe, dass ich in diesem Forum noch so einiges aufschnappen kann.

 

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