13. November 2018

Bei mir wurde vor einiger Zeit Finger-Arthrose festgestellt. Leider habe ich (ähnlich wie Franz) viel zu lange gewartet bevor ich mich in ärztliche Behandlung begeben habe. Hätte ich mich früher getraut und nicht so viel verdrängt, wäre mir bestimmt einiges an Leid erspart geblieben. In meiner Verzweiflung habe ich viel im Internet in den Foren gelesen. Da mir das immer eine Hilfe war und häufig Zuversicht geschenkt hat, möchte ich das jetzt nach meiner erfolgreichen Behandlung zurückgeben und Betroffenen etwas Mut schenken. Auch wenn die Diagnose für jeden wohl erst schockierend ist, sollte man sich nicht unterkriegen lassen. Es gibt genügend Experten und Methoden die einem helfen können. Man muss nur den oder die Richtigen finden.

Bei mir ging das vor über fünf Jahren los. Ich arbeite im Büro und habe schon immer an Tasten gesessen. Ganz früher natürlich noch an der guten alten Schreibmaschine, danach am Computer. Als ich dann Schmerzen in den Fingern bekam dachte ich mir nicht so viel dabei. Vor allem weil sie dann auch schnell wieder weg waren. Ich hatte sie natürlich auch nicht schlagartig in allen Fingern. Das war immer ein Wechsel. Mit zwei Fingern fing das an, ging dann auch wieder schnell weg, irgendwann gings wieder los, dann auf einmal auch an der anderen Hand, und so weiter. Einen richtigen Anlass wie zum Beispiel bei einem Unfall oder einer anderen Krankheit, die das ausgelöst hat, gab es nicht. Da es zwischendurch auch immer mal wieder Phasen gab, in denen alles soweit o.k. war, hab ich das mit dem Arztbesuch gelassen und mich damit getröstet, dass das alles nicht so schlimm ist. Außerdem habe ich es nicht auf eine Krankheit geschoben, sondern auf meine jahrelange Tätigkeit an Tasten. Die erste Zeit hatte ich das immer bei Belastung, also bei der Arbeit, später dann auch am Feierabend oder Wochenende und Urlaub, also wenn ich nichts getippt habe.

Panisch wurde ich aber richtig als ich an meinen Fingergelenken Knötchen, die geschwollen waren entdeckte. Das war dann der Grund weshalb ich dann doch endlich zum Hausarzt gegangen bin. Der sah sich meine Finger nur an und überwies mich gleich zum Orthopäden, der als Facharzt auch für Gelenke zuständig ist. Er meinte, dass sei eine Fingerarthrose. Bis dahin wusste ich gar nicht das man auch in den Fingern Arthrose bekommen kann, ich wußte nicht mal den Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis, aber das wird auf diese Seite ja gut erklärt. Mein Arzt sagte, dass Arthrose bei ganz vielen Menschen vorkommt, überwiegend aber bei Frauen. Und meine Arthrose  in den Fingern kann dann zum Beispiel auch an den Wechseljahren liegen, in denen ich mich schon damals befand. Eine andere Möglichkeit wären noch Vererbung gewesen, aber das wußte ich von meiner Mutter, dass sie das nicht hatte. Der Arzt sagte, wir werden das Problem schon gemeinsam lösen, was mir sehr gut getan hat. Etwas Hilfe von mir, also vom Patienten ist ja immer ganz hilfreich. So hat er mir zur Kräftigung der Gelenke in den Fingern Bewegungsübungen gezeigt, manchmal mit und  manchmal ohne Softball. Außerdem erklärte er mir, dass es immer zu Entzündungsschüben kommen kann, die unbedingt behandelt werden müssen, da es sonst noch schlimmer wird und eine komplette Heilung ausgeschlossen werden kann. Er verschrieb mir Teufelskrallenwurzel, das klang offen gesagt ziemlich nach Voodoo und Zauber, ist es aber überhaupt nicht. Es handelt sich dabei um eine pflanzliche Behandlung, die ich sowieso immer besser finde als irgendwas pharmazeutisches. Bei vielen wirkt das auch schmerzstillend und anhaltend, nur bei mir leider nicht. Mein Arzt meinte, wir müssten dann den nächsten Schritt gehen und spritzen. Das fand ich natürlich doppelt bedauerlich. Wie gesagt, am liebsten wäre mir, wenn das pflanzliche Mittel funktioniert hätte.

Und zum zweiten hatte ich etwas Angst mir Spritzen in die Finger jagen zu lassen. Aber trotz des Fehlschlags mit der Teufelkrallenwurzel  hatte ich Vertrauen in meinen Arzt. Er spritzte mir Orthokin, dass hatte ich vorher noch nie gehört. Es klingt etwas abgefahren, aber es wird aus meinem eigenen Blutserum durch Anreicherung von entzündungshemmenden Stoffen gewonnen. Das wird dann in die Entzündung des Fingergelenks gespritzt. Das Ziel sollte sein, dass es entzündungshemmend wirkt, die Schmerzen deutlich weniger werden und die Finger wieder beweglicher werden. Das ganze ist jetzt fast eineinhalb Jahre her und ich muss sagen, dass die Beschwerden wirklich fast weg sind. Das waren sie schon nach Ende der Behandlung aber erfreulicherweise ist es so geblieben. Das mag bei jedem von euch anders sein, aber wie am Anfang schon gesagt, ist es wichtig zum Arzt zu gehen und nicht den Kopf hängen zu lassen. Auf jeden Fall bereue ich den Weg zum Arzt nicht. Ich kann und möchte mir gar nicht ausmalen, wie es wäre wenn ich nicht da hin gegangen wäre, bestimmt wäre der ganze Schmerz nicht mehr auszuhalten. Vor allem drückt das mehr auf die Lebensfreude als man sich eingestehen mag. Das merkt man erst wenn die Schmerzen wieder fast weg sind. Also, quält euch nicht länger und informiert euch wenn ihr Beschwerden bekommt. Hoffe, dass ich euch etwas Mut machen konnte. Alles wird gut!

 

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