20. January 2019

Die Arthrose kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Ein großer Teil ihrer Auslöser liegt im Lebensstil des Menschen aus der Industrienation begründet, der sich oft falsch ernährt und sich Verletzungen bei seinen Hobbys zuzieht. Viele Menschen wissen aber nicht, dass sie sich unwillkürlich gefährden können, indem sie sich auf die Heilung einer anderen Erkrankung einlassen. Antibiotika aus der Gruppe der Gyrasehemmer haben Eigenschaften, die sich negativ auf die Wahrscheinlichkeit auswirken können, im späteren Leben an einer Arthrose zu erkranken. Eingenommen werden müssen sie natürlich trotzdem, wenn der gesundheitliche Zustand dies gebietet und eine Heilung auf anderem Wege riskant wäre.

Was sind Gyrasehemmer?

Die Gyrasehemmer sind eine Gruppe der Antibiotika, die als hocheffektiv gilt. Sie finden daher häufig Anwendung und können zur Behandlung der unterschiedlichsten Krankheiten eingesetzt werden. Ein solcher Wirkstoff wäre die Nalidixinsäure, die unter dem Handelsnamen Wintomylon® dazu gedacht ist, Harnwegserkrankungen zu bekämpfen, die beispielsweise durch E. coli oder Enterobacter bedingt sind. Die meisten Menschen werden außerdem schon den Gyrasehemmer Moxifloxacin eingenommen haben, der bei einer sich verschlimmernden Atemwegserkrankung wie der Bronchitis Einsatz findet oder Lungen- und Nasennebenhöhlenentzündungen entgegenwirkt.

Wie wirken Gyrasehemmer?

Der Gyrasehemmer greift ein Enzym an, das im Haushalt einer Bakterienzelle enthalten ist und eine lebenswichtige Funktion hat: Bezeichnet werden solche Enzyme als Gyrasen. Bakterien vermehren sich über die so genannte mitotische Zellteilung, bei der zwei neue, einander völlig identische Zellen entstehen. Möglich wird dies über einen Vorgang, der als Replikation bezeichnet wird. Dabei wird der DNA-Strang aufgetrennt und liegt als längsgeschnittene Form der allseits bekannten Doppelhelix vor. Die beiden voneinander getrennten Stränge bilden jeweils wieder eine neue Doppelhelix aus und könnten nun in dieser Form eine neue Zelle versorgen. Dann kann die Zellteilung beginnen und je eine Doppelhelix wird auf eine der beiden neuen Zellen aufgeteilt. Entscheidend für die Replikation ist das Enzym Gyrase, denn es ist dazu gedacht, den einzelnen DNA-Strang aufzuspalten. Kann dies nicht geschehen, da ein Gyrasehemmer das Enzym in seiner Funktion beeinträchtigt, kann sich die Bakterie nicht weiter vermehren und stirbt ab, ohne Nachkommen erzeugt zu haben.

Gyrasehemmer und das Gelenk

Das Gelenk gilt als spärlich durchblutetes Gebiet, vor allem der Gelenkknorpel und das Sehnengewebe. Das macht die betroffenen Gebiete besonders anfällig für die Nebenwirkungen der Gyrasehemmer. Die dort enthaltenen Magnesium-Ionen durchlaufen einen chemischen Prozess, der als Komplexierung bezeichnet wird – dabei verändert sich die Struktur der Ionen. Das wiederum führt dazu, dass irreparable Schädigungen des Bindegewebes an den Gelenken entstehen. Bei Kindern in der Wachstumsphase entstehen dadurch besonders schwere Schäden, die sich auf den Gelenkknorpel sowie auf die Sehnen auswirken können – und genau diese Bestandteile des Gelenks sorgen in den meisten Fällen für eine spätere Arthrose. Bei Erwachsenen hingegen kommt es durch Gyrasehemmer eher zu einer vermehrten Abbaureaktion des so genannten hyalinen Gelenkknorpels, was bedeutet, dass die schützende Knorpelschicht zwischen den beiden Knochen des Gelenks schwindet. Auf diese Weise entwickeln sie ihre Arthrose. Der hyaline Knorpel tritt vor allem dort auf, wo starke Druckbelastungen auftreten, also beispielsweise im Kniegelenk.

Kann man auf Gyrasehemmer verzichten?

Wenn der Arzt ein Antibiotikum verschreibt, ist es nie sinnvoll, darauf zu verzichten. Denn Bakterien können verschleppt werden und weitaus bedrohlichere Zustände als eine Arthrose bedingen. Bei Befürchtungen sollte man den Arzt auf den Gyrasehemmer ansprechen und ihn um eine genaue Erklärung des Risikos bitten, denn dieses ist individuell verschieden.

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