11. December 2018

Die Arthrose ist keine spezifische Männerkrankheit, und doch tritt sie immer wieder auch beim Mann in Erscheinung. Das liegt einerseits an seiner beruflichen Betätigung, aber auch daran, wie er mit seiner Freizeit umgeht. Ob und wann sich eine Arthrose beim Mann manifestiert, lässt sich trotzdem nur abschätzen, denn nicht jeder Mann, der stark belastet ist, entwickelt im späteren Leben Gelenkbeschwerden – und genauso können Gelenkschmerzen bei einem Mann dann in Erscheinung treten, wenn er nicht allzu schwer belastet wurde. Im Vergleich zur Arthrose bei der Frau gibt es allerdings einige geschlechtsspezifische Unterschiede, die jedoch nicht allzu gravierend sind.

Berufsbedingte Arthrose

Heute und vor allem in den vergangenen Jahrzehnten gab es Männer- und Frauenberufe. Sehr wenige Betätigungsfelder erlaubten die Zusammenarbeit der Geschlechter – und wenn, dann war das Arthroserisiko darin ohnehin nicht hoch. Viele heutige Rentner leiden heute deswegen unter Arthrose, da sie in diesen vergangenen Zeiten in einem Berufsfeld gearbeitet haben, in dem die Belastung für ihre Gelenke besonders hoch war. Sie waren beispielsweise als Maler, Installateure, Fliesenleger oder Handwerker anderer Art tätig und haben sich viel körperlich betätigt. Entscheidend ist dabei die hockende oder kniende Haltung, die über viele Jahre hinweg immer wieder angenommen werden musste. Männer aus einer solchen beruflichen Umgebung sind besonders von der Arthrose am Knie betroffen, einige leiden auch unter Beschwerden an der Hüfte. Hat der Mann jedoch im Büro gearbeitet und vielleicht sogar einen eher weiblichen Job angenommen, gilt es als wahrscheinlicher, dass die Arthrose wenn, dann an den Fingern und am Handgelenk in Erscheinung treten wird. Darin unterscheidet er sich jedoch kaum noch von der Frau.

Extrem- und Motorsport – eine Männerdomäne

Die Extrem- und Motorsportarten sind nach wie vor eine Männerdomäne, auch wenn sich immer mehr Frauen für die gefährlichen, aber eindrucksvollen Sportarten interessieren und sie gerne selbst erlernen möchten. In nahezu jeder Extremsportart kommen Bewegungen vor, die für unterschiedliche Gelenke eine erhebliche Belastung sind – damit steigt also auch das Arthroserisiko für den Sportler, der meist männlich ist. Auch im Motorsport dominieren die Männer, und er gilt als eine der gefährlichsten Sportarten. Nahezu jeder Mensch hat einen Bekannten, der sich beim Motorradfahren schwer verletzt hat und Jahre danach noch an Schmerzen der verletzten Gelenke leidet. In solchen Fällen gilt es als nahezu vorprogrammiert, das sich im späteren Leben eine Arthrose entwickelt.

Hormonumstellung im Alter

Die Menopause zieht nahezu nie spurlos und unbemerkt an der Frau vorüber. Sie wird klar und deutlich bemerken, dass sich ihr Körper im altersbedingten Wandel befindet – und damit steigt indirekt auch ihr Risiko, an Arthrose zu erkranken, da die Knochen porös werden können. Zur weiblichen Menopause gibt es auch ein männliches Pendant, das aber nicht einmal ansatzweise so meilensteinartig ist wie das Aussetzen der Menstruation bei der Frau. Viele Männer bemerken diese altersbedingte Hormonumstellung gar nicht, einige erkennen sie lediglich an dem Gedanken, dass sie älter werden. Aufs Arthroserisiko wirkt sie sich ebenfalls nicht aus. Der Verlust der Knochenstabilität und -dichte im Alter ist für die wenigsten Männer ein Problem, sodass neu entstandene Arthrosen nicht etwa das Resultat einer hormonellen Umstellung sein können.

Die durchschnittliche Lebenserwartung

Sehr alte Männer mit Arthrose sind selten. Das liegt daran, dass sie nicht so lange leben wie die Frau – Arthrosepatienten verschwinden also oft schon aus der Statistik, bevor sie das hohe Alter erreichen können.

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