11. December 2018

Die Arthrose ist eine typische Alterskrankheit. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an ihr zu erkranken, sodass etwa zwei Drittel aller Menschen über 65 arthrotisch veränderte Gelenke aufweisen. Allerdings kommt es auch vor, dass jüngere Menschen unter der Arthrose leiden, in sehr seltenen Fällen sogar Kinder und Jugendliche. Dies ist meist durch Erkrankungen der Gelenke bedingt, da es praktisch nicht vorkommt, dass sich kindliche und jugendliche Gelenke von alleine derart stark abnutzen. Es gibt einige bekannte Gefahrenquellen, die auch schon in jungen Jahren zur Arthrose führen können und die man nach Möglichkeit vermeiden sollte.

Gyrasehemmer

Die Gyrasehemmer sind eine Klasse der Antibiotika, die gegen die unterschiedlichsten Bakterien eingesetzt werden können. Sie sind beispielsweise bei E. coli-Infektionen hilfreich, aber auch bei der Behandlung einer langanhaltenden Lungenerkrankung wie der Bronchitis. Allerdings haben sie eine beträchtliche Nebenwirkung: Sie sind dafür bekannt, die Gelenke anzugreifen, während sie die Bakterien bekämpfen. Je nach Erkrankungsbild beim Kind oder Jugendlichen kann man der Therapie mit Gyrasehemmern jedoch nicht entgehen und muss sie dem jungen Patienten verabreichen. Theoretisch kann bereits eine Behandlung ausreichen, damit es zur leichten Arthrose kommt, was in der Praxis jedoch ein Ausnahmefall wäre. Eher vom Risiko betroffen sind Kinder und Jugendliche, die andauernd mit Gyrasehemmern behandelt werden müssen. In einem solchen Fall ließe sich das Arthroserisiko senken, indem abgeklärt wird, weshalb der junge Patient ständig erkrankt.

Aktivierte Arthrose durch rheumatische Arthritis

An einer rheumatischen Arthritis können auch Kinder und Jugendliche leiden. Das kommt zwar nicht häufig vor, passiert aber dennoch gelegentlich. Bei jeder rheumatoiden Arthritis kann es zu einer so genannten aktivierten Arthrose kommen, die sich auch bei betroffenen Kindern und Jugendlichen manifestieren kann. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Unterart der klassischen Arthrose, die normalerweise nicht entzündlich ist. Die aktivierte Arthrose ist eine gefährlichere Form – vor allem dann, wenn sie mit einer rheumatoiden Arthritis einhergeht.

Arthrose durch Fehlstellungen

Einige Kinder kommen mit einer Fehlstellung des Stütz- und Bewegungsapparates auf die Welt. Häufig ist die Hüftdysplasie, bei der die Gelenkköpfe nicht in die Vorrichtungen des Beckens passen. Erste Anzeichen dafür können asymmetrische Beine beim Neugeborenen sein – die Asymmetrie kann sich auch nur in wenig symmetrisch wirkenden Hautfalten äußern, die sich an Gesäß und Oberschenkel befinden. Bei der Behandlung der Hüftdysplasie können sich wiederum neue Probleme ergeben, die ebenfalls zu einer Arthrose führen können. In vielen Fällen manifestiert sich eine Arthrose nur im höheren Alter, durch die Hüftdysplasie kommt sie aber auch in jungen Jahren vor und kann für Kinder und Jugendliche zum ernsthaften Problem werden. Eine weitere gefährliche Fehlstellung sind O- und X-Beine. Sie entstehen beispielsweise durch die langjährige Fehlbelastung, können aber auch angeboren sein. Da dabei insbesondere die Kniegelenke falsch belastet werden, kann sich nach wenigen Jahren bereits eine arthrotische Veränderung am Kindergelenk zeigen.

Arthrose bei jungen Erwachsenen

In den Statistiken tauchen immer wieder auch junge Erwachsene auf, die unter arthrotischen Veränderungen leiden. Besonders betroffen sind dabei die Hände und die Handwurzeln der jungen Menschen. Woran das liegt, lässt sich nur vermuten – möglicherweise könnten die Arthrosen darin begründet liegen, dass diese Generation viel Zeit am PC verbringt und dabei auch intensiv tippt, was bei der vorherigen Generation noch nicht der Fall war. Durch eine ungesunde Tipphaltung, die immer wieder vorkommt, können sich die Gelenke von Hand und Finger so stark abnutzen, dass sie arthrotische Schmerzreaktionen zeigen.

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